60 Gründe zu arbeiten in einer BGE-Gesellschaft als Zusammenfassung des Gesprächsthemas vom Treffen der Initiative Grundeinkommen Berlin am Mo, 30.10.2017

Im Rahmen der regelmäßigen offenen Treffen der Initiative Grundeinkommen Berlin wurde sich am Montag, 30.10.2017, in Berlin dem Gesprächsthema:
„Was könnten in einem Gesellschaftssystem mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen für den einzelnen Menschen Gründe zu arbeiten sein?“
in Form eines Brainstormings gewidmet.

Dabei wurden folgende potentielle Gründe zusammengetragen, welche grob in ‚innere Gründe‘ und ‚äußere Gründe/Ursachen‘ eingeteilt werden können:

-> Innere Gründe:
– 1) Lebenssinn, Selbstverwirklichung, Interesse
– 2) Schaffensdrang
– 3) Kreativität
– 4) Selbstbestimmung
– 5) Selbstbestätigung, Erfolgserlebnisse, um die eigenen Fähigkeiten und Talente unter Beweis zu stellen
– 6) Selbstdarstellung
– 7) gesellschaftliche persönliche Anerkennung und Wertschätzung
– 8) Kinder(erziehung)
– 9) Versorgungslücken schließen
– 10) Bedürfnisse anderer Menschen befriedigen, Glück auch von Anderen produzieren
– 11) Gemeinschaft, etwas gemeinsam machen
– 12) Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, soziale Kontakte knüpfen, Lebenspartner finden, Networking
– 13) Wettbewerbe wie z.B. Olympiaden um sich mit anderen zu messen, Ehrgeiz
– 14) gemeinsam etwas machen, was man alleine nicht hinbekommt (Arbeitsteilung)
– 15) so arbeiten, dass sie immer weniger Mühe macht, Fortschritt, Rationalisierung, Arbeit abschaffen
– 16) Klarheit gewinnen über ein Arbeitsethos das problematisch und gefährlich ist
– 17) Wissensdrang, Weiterbildung
– 18) Wissensvermittlung in alle Richtungen
– 19) (Grundlagen)Forschung
– 20) Lebensverlängerung, medizinischer Fortschritt
– 21) den Tod entmachten, Katastrophen abwenden, die Welt retten
– 22) um Not abzuwenden
– 23) Flow, Tätigkeitslust, meditativ in das Tun versunken sein, Kontemplation
– 24) Vertikalspannung aufbauen
– 25) Missionierungseifer
– 26) aus Lust, Leidenschaft
– 27) aus Freude
– 28) aus Spaß
– 29) aus Neugierde
– 30) um verschiedenes auszuprobieren
– 31) zur Abwechslung
– 32) aus Langeweile
– 33) Orientierung, Plan im Leben, Struktur die die Lebenskräfte stärkt, Tagesstruktur
– 34) zur Ablenkung
– 35) aus gesundheitlichen medizinischen Gründen
– 36) (Arbeits-)Sucht, Workaholic
– 37) Masochismus
– 38) um andere befehligen zu können, in gewissen Rahmen Macht ausüben zu können z.B. in leitenden Positionen
– 39) Notwendigkeit bzw. Einsicht in die Notwendigkeit (als innere Notwendigkeit ungleich äußerer Zwang)
– 40) Geld verdienen, Bezahlung
– 41) Finanzierung von Projekten
– 42) zur Befriedigung verschiedener Süchte (z.B. Alkohol, Nikotin, Drogen, Spielsucht, Kaufsucht, Sammelsucht, etc.)
– 43) um sich Luxus leisten zu können, zur Traumverwirklichung
– 44) um Verschwenderisch leben zu können
– 45) Prestige
– 46) Neid
– 47) Mißtrauen
– 48) leicht einen Schuldigen für negative Zustände finden
– 49) sich anderen unangenehmen Aufgaben entziehen
– 50) um etwas Verbotenes zu machen (Reiz des Verbotenen) bei den Arbeitsbereichen die gesetzlich verboten sind

-> Äußere Gründe/Ursachen:
– 51) vom Arzt verschrieben
– 52) aufgrund Umweltkatastrophen
– 53) soziale Verantwortung
– 54) den Rechtfertigungsdruck arbeiten zu sollen reduzieren
– 55) man wird vom Beziehungspartner, Familie oder Freunde genötigt (‚Gruppenzwang’)
– 56) Gruppierungen und Gemeinschaften, wie Religionen, Sekten, Vereine, etc. denen man freiwillig beitreten kann und die dies in ihren eigenen vielfältigen Zielen, Wertvorstellungen und Weltanschauungen als ein Bestandteil auch die Pflicht zu arbeiten ansehen (was nur für deren ‚Mitglieder‘ gelten würde).
– 57) als gesellschaftliche Erziehungsmaßnahme (als Fortsetzung/im Rahmen des Schulunterrichts) im letzten Jahr vor der Volljährigkeit z.B. 1 Pflicht-Arbeitsjahr;
oder als Übergangsphase von Kind zu Erwachsenen im 1. Jahr des Erwachsenenseins eine Kombination von 1 Pflicht-Arbeitsjahr mit Bedingungslosen Grundeinkommen zum sich Einleben;
oder ähnliches
– 58) als Strafe, Buße, Auflagen für kriminelle Taten, Gesetzesverstöße u.ä.
– 59) um sich Kind(er) leisten zu können, da/wenn ein Elternteil im Rahmen seines eigenen Bedingungslosen Grundeinkommen nur soviel bekommt, dass dieses Elternteil sich ein Kind leisten kann, aber ab dem 2. Kind dann für dieses Kind arbeiten müsste (wobei diese Überlegung variierbar wäre ob z.B. schon beim 1. oder erst ab dem 2. oder 3., etc. Kind, sich das Elternteil/die Eltern selber um die Finanzierung bis zur Volljährigkeit kümmern müssten)
– 60) [abstrakter Gedanke] wenn in einer Zukunftsversion sehr menschlich entwickelte Roboter oder Tiere (z.B. Menschenaffen) zwar juristisch als ‚Mensch‘ mittlerweile deklariert/behandelt werden aber gleichzeitig dennoch als Art ‚Menschen zweiter Klasse‘ weiterhin zur Arbeit (z.B. vom Eigentümer der Roboter, Tiere) gezwungen werden können so dass diese Art Menschen arbeiten muss

Wer weitere potentielle Arbeits-Gründe dazu beitragen möchte, ist dazu eingeladen, diese über die Kommentarfunktion bzgl. diesen Beitrags auf der Webseite www.grundeinkommen-berlin.de und/oder Facebookseite www.facebook.com/Initiative-Grundeinkommen-Berlin-451384891911396/ der Initiative Grundeinkommen Berlin zu ergänzen.

Der Hintergrund für dieses Gesprächsthema ist, dass mit eine der häufigsten Fragen zum Thema ‚Bedingungsloses Grundeinkommen‘ die Frage ist: „Was ist, wenn niemand mehr arbeiten würde?“ und man somit eine umfassende Liste und Antwort parat hat, angefangen von sehr idealistischen Gründen wie ‚Sinn im Leben‘ bis zu sehr praktisch orientierten Gründen als ‚Bestrafung für Gesetzesverstöße‘ (sei es Straftaten oder auch einfache Ordnungswidrigkeiten so dass man dann vielleicht statt 70 EUR für 25 km/h zu schnelles außerorts Autofahren oder 60 EUR für in öffentlichen Verkehrsmitteln Schwarzfahren zu zahlen dann 7 h arbeiten muss). Ob und inwiefern bzw. in welchen Dimensionen die Gründe dann zutreffen würden oder in den verschiedenen Grundeinkommensmodellen eingearbeitet werden oder auch nicht (insbesondere was die Frage bzgl. Kinder angeht) oder moralisch/ethisch ‚gut‘ sind war nicht das Thema, sondern erstmal möglichst viele potentielle Gründe zusammenzutragen.

Als Fazit bleibt also: bei der großen Anzahl an Menschen und der Vielzahl an Arbeitsgründen sowie dem langen Menschenleben von über 70 Jahren ist es unmöglich, dass in einem Gesellschaftssystem mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen alle Menschen ihr Leben lang nicht arbeiten werden.
(Ob die Arbeitsmenge, die gearbeitet wird, dann ausreichend ist und wie man das Gesellschaftssystem dann ggf. so justieren/anpassen kann damit es ausreichend wird – ohne gegen den Grundsatz des Bedingungslosen Grundeinkommens zu verstoßen – sind dann andere und weiterführende Fragen.)

Initiative Grundeinkommen Berlin

 


‚Bedingungslose Grundeinkommen‘ im Sinne der Definition des Netzwerk Grundeinkommen www.grundeinkommen.de/die-idee mit den 4 Kriterien:
„Ein Grundeinkommen ist ein Einkommen, das eine politische Gemeinschaft bedingungslos jedem ihrer Mitglieder gewährt. Es soll
– die Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen,
– einen individuellen Rechtsanspruch darstellen sowie
– ohne Bedürftigkeitsprüfung und
– ohne Zwang zu Arbeit oder anderen Gegenleistungen garantiert werden.“

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